Entgeltgleichheit prüfen mit eg-check.de

21.02.2017 Leistungsvergütungen

In vielen Unternehmen ist ein Teil des Arbeitsentgelts von individuellen Leistungen oder Gruppenleistungen abhängig. Dabei gibt es zwei Arten von Leistungsvergütungen: Zum einen Zulagen oder Prämien, die zuzüglich zum Grundgehalt oder -lohn gezahlt werden und zum anderen Leistungslöhne oder Leistungsentgelte, bei denen die erbrachte Leistung die Basis für das gesamte Entgelt bildet. Dazu zählen etwa Akkordlöhne, Standardentgelte oder Zielentgelte. Der eg-check ist vor allem für die Prüfung von Zulagen und Prämien ausgelegt.

Prüffrage

Wird eine gleiche oder gleichwertige Leistung von Frauen und Männern in Ihrem Unternehmen gleich bewertet und gleich bezahlt?

Anzeichen für Entgeltdiskriminierung:

  • Bei der Einstellung einer Frau wird eine geringere Leistungsfähigkeit angenommen als bei ihren männlichen Kollegen und eine geringere Leistungszulage vereinbart.

  • Bestimmte weiblich dominierte Beschäftigtengruppen nehmen nicht am System der Leistungsbezahlung teil.
    Es gibt diskriminierungsanfällige Leistungskriterien, die Frauen aufgrund ihrer Rolle in der Familie oder physischer Bedingungen nicht im selben Maße erfüllen können wie Männer, z.B. zeitliche Flexibilität.

  • Was eine honorierenswerte Leistung darstellt, ist nicht konkret geregelt, sondern bleibt der Führungskraft überlassen.
    Es gelten unterschiedliche Leistungsmaßstäbe für Frauen und Männer, Teilzeit- und Vollzeitbeschäftigte.

  • Verfahren zur Leistungsbewertung ermöglichen die Vergabe nach leistungsfremden Faktoren, wie z.B. Position in der betrieblichen Hierarchie, Alter, Geschlechterstereotype, Quoten.

Prüfinstrumente auswählen

Ob in Ihrem Unternehmen gleichwertige Arbeit auch gleich bezahlt wird, können Sie mit Hilfe von Statistiken, Paarvergleichen und Regelungschecks überprüfen.
Die Statistik liefert Ihnen erste Hinweise auf mögliche Benachteiligungen bei der Vergütung von Leistungen. Bei einem konkreten Diskriminierungsverdacht helfen Paarvergleiche, mögliche Ungleichbehandlungen aufzudecken. Soll die tarifliche oder betriebliche Regelung zur Leistungsvergütung einer Diskriminierungsprüfung unterworfen werden, steht Ihnen der Regelungs-Check zur Verfügung.

Daten aus Ihrem Unternehmen können Sie in bereits vorbereitete Excel-Musterbögen für Statistiken, Paarvergleiche und Regelungs-Checks eintragen. Bei den Regelungs-Checks ergibt sich die Auswertung aus den kurzen erläuternden Texten im Fragebogen. Beim Ausfüllen und Auswerten der Statistik- und Paarvergleichstabellen helfen die Anwendungsbeispiele.

Musterbögen für Leistungsvergütung herunterladen (zip)


Anwendungsbeispiele für

Statistiken
Paarvergleiche

Ungleiches Entgelt bei gleicher oder gleichwertiger Leistung gerechtfertigt?

Bei der Prüfung der Leistungsvergütung in Ihrem Unternehmen werden Sie möglicherweise auf Argumente stoßen, die eine unterschiedliche Bezahlung rechtfertigen sollen. Folgende Gründe sind dabei nach rechtlichen Maßstäben NICHT zulässig:

  • "Sein Arbeitsplatz ist wichtig für das Unternehmen. Deshalb wurde ihm eine Leistungsprämie gewährt."

  • "Mitarbeiterinnen können nicht besser beurteilt werden als ihre Vorgesetzten."

  • "Er braucht die Leistungsprämie, um seine Familie zu ernähren."

  • "Ich gebe die Leistungsprämie lieber den Männern, denn die beschweren sich, wenn sie nichts bekommen. Die Frauen halten eher still."

  • "Teilzeitkräfte sind nicht so leistungsfähig wie Vollzeitkräfte. Wenn man sie braucht, sind sie oft nicht da."

  • "Bei einfachen Tätigkeiten gibt es wenig Spielraum für Leistungssteigerungen. Deshalb haben wir das Reinigungspersonal von der Leistungsvergütung ausgeschlossen."

  • "Sie ist noch nicht so lange da und kann deshalb nicht die beste Note bekommen. Es muss auch noch Luft nach oben sein."