Diskriminierungsrisiken und Diskriminierungsschutz im Gesundheitswesen

2021

Wissensstand und Forschungsbedarfe für die Antidiskriminierungsforschung

- Steckbrief zum Forschungsprojekt -

Die Analyse des bundesdeutschen Forschungstandes zu Diskriminierung im Gesundheitswesen zeigt, dass Diskriminierungsrisiken sowohl im Zugang als auch in der Inanspruchnahme (Diagnosestellung, Behandlung, Rehabilitation) der gesundheitlichen Versorgung für alle betrachteten Merkmale bestehen.

Die Benachteiligungen äußern sich sowohl als diskriminierendes Verhalten seitens des medizinischen Personals als auch durch institutionelle Praktiken bzw. Abläufe, die zu einer ungleichen Behandlung von Patient*innengruppen führen. Die Autorinnen machen folgende übergreifende Muster aus:

  • Diskriminierungsrisiken durch mangelnde räumliche und kommunikative Barrierefreiheit im Gesundheitssystem,
  • Diskriminierungsrisiken auf Kommunikations- und Interaktionsebene,
  • Diskriminierungsrisiken aufgrund mangelnden Fachwissens und unzureichende Sensibilisierung des medizinischen und pflegenden Gesundheitspersonals für die spezifischen Bedürfnisse bestimmter Patient*innengruppen,
  • Institutionelle Diskriminierungsrisiken durch standardisierte Abläufe und Routinen und dem damit verbundenen Zeit- und Effizienzdruck,
  • mangelnde diversitätsorientierte Ausrichtung der Angebote des Gesundheitssystems.