70 Jahre Grundgesetz

2019

Eine Umfrage zur Erweiterung des verfassungsrechtlichen Diskriminierungsverbots in Art. 3 GG

- Steckbrief zum Forschungsprojekt -

Bewertung des Grundgesetzes

70 Jahre nach seinem Inkrafttreten wird das Grundgesetz von den Befragten als sehr positiv bewertet: jeweils eine deutliche Mehrheit hält es für eine der größten Errungenschaften der Bundesrepublik (86 Prozent) und ist der Ansicht, es habe sich mit Blick auf den Schutz der Grundrechte bewährt (79 Prozent). Gleichzeitig wird aber auch deutlich, dass ein bemerkenswerter Teil der Befragten (61 Prozent) Sorge hat, dass das Grundgesetz nicht ewig Bestand haben könnte und verfassungsfeindliche Kräfte eines Tages die Oberhand gewinnen könnten.

Haltung zur Erweiterung von Art. 3 GG

Es sprechen sich jeweils deutlich mehr Befragte für die Aufnahme weiterer Merkmale in Artikel 3 Absatz 3 Grundgesetz und damit für die Ausweitung des verfassungsrechtlichen Schutzes vor Diskriminierung auf weitere Bevölkerungsgruppen aus als dagegen. So sind 56 Prozent für die Aufnahme des Merkmals „Lebensalter“ (27 Prozent dagegen), 52 Prozent sind für eine Erweiterung um das Merkmal „sexuelle Orientierung“ (33 Prozent dagegen) und 49 Prozent sprechen sich dafür aus, den Schutz vor Diskriminierung aufgrund der „geschlechtlichen Identität“ ausdrücklich im Verfassungstext zu verankern (35 Prozent lehnen dies ab).

Dabei zeigt sich, dass ein Problembewusstsein für Diskriminierung mit höheren Zustimmungswerten für eine Erweiterung des Diskriminierungsschutzes in Artikel 3 Grundgesetz einhergeht: Sind die Befragten der Ansicht, dass Diskriminierung aufgrund eines bestimmten Merkmals in Deutschland häufig oder zumindest manchmal vorkommt, sprechen sie sich auch eher für die Aufnahme eines entsprechenden Diskriminierungsverbots in der Verfassung aus.