Akzeptanz religiöser und weltanschaulicher Vielfalt in Deutschland

2016

Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage

- Steckbrief zum Forschungsprojekt -

Die Ergebnisse der Umfrage belegen, dass sich die Angehörigen der verschiedenen religiösen Gruppen und auch konfessionell ungebundene Menschen in der Mehrzahl mit gegenseitigem Respekt und Anerkennung begegnen.

Einstellung gegenüber Angehörigen verschiedener Gruppen

  • Die Grundstimmung gegenüber Mitgliedern der verschiedenen religiösen Gruppen in Deutschland ist überwiegend positiv. So geben insgesamt 92 Prozent der Befragten an, eine eher oder sogar sehr positive Haltung gegenüber Christ*innen zu haben. 84 Prozent äußern sich wohlmeinend über Personen jüdischen Glaubens, 81 Prozent über Buddhist*innen und 73 Prozent über Hindus.
  • Im Vergleich dazu ist die Haltung der Befragten gegenüber Menschen muslimischen Glaubens von größerer Ambivalenz geprägt. Immerhin ein Drittel gibt offen zu, ein eher (25 Prozent) oder sehr negatives Bild (8 Prozent) von Muslim*innen zu haben.
  • In Bezug auf Menschen ohne Religionszugehörigkeit äußert sich die überwiegende Mehrheit der Befragten positiv (88 Prozent eher/sehr positiv).

 Meinungen zum Gleichbehandlungsgrundsatz

  • Drei Viertel (75 Prozent) der Menschen in Deutschland unterstützen die Aussage, dass alle religiösen Gruppen in Deutschland grundsätzlich die gleichen Rechte haben sollten. Wenn es um die Zustimmung zu konkreten Maßnahmen zur Stärkung der Rechte nichtchristlicher Religionsgemeinschaften geht, zeigt sich jedoch ein differenziertes Bild.
  • So wird beispielsweise die Errichtung von Bestattungsplätzen für nichtchristliche Religionsgemeinschaften oder der Ausbau des Religionsunterrichts für Angehörige kleinerer Religionsgemeinschaften überwiegend befürwortet (76 bzw. 69 Prozent Zustimmung).
  • Andere Maßnahmen werden dagegen deutlich kritischer gesehen. Die Forderung, den Bau religiöser Gebäude und Gebetsräume für nichtchristliche Religionsgemeinschaften zu erleichtern, trifft nur bei knapp der Hälfte der Befragten (48 Prozent) auf Zustimmung. Dass Angehörige religiöser Minderheiten an wichtigen Feiertagen ihrer Religion arbeitsfrei bekommen, unterstützen lediglich rund vier von zehn Personen (42 Prozent).

 Haltung zum Tragen religiöser Symbole an öffentlichen Schulen

  • Bei der Frage, ob es Lehrer*innen an öffentlichen Schulen erlaubt sein sollte, religiöse Symbole zu tragen, sind sich die Menschen in Deutschland uneins, und zwar weitgehend unabhängig davon, um welches religiöse Zeichen es sich handelt.
  • Zustimmung und Ablehnung halten sich in etwa die Waage. Das gilt für das Tragen eines Kopftuches für muslimische Lehrerinnen (42 vs. 57 Prozent) genauso wie für christliche Lehrer, die im Unterricht ein Priestergewand tragen (44 vs. 56 Prozent).

 Weitere Ergebnisse der Umfrage

  • Dass Religionsgemeinschaften bzw. ihre Einrichtungen unter bestimmten Voraussetzungen ein Bekenntnis zu ihrer Religion für eine Beschäftigung zur Bedingung machen können, halten 67 Prozent der Befragten für nicht gerecht.
  • Immerhin ein Drittel der Befragten (33 Prozent) sieht in der Stärkung der religiösen Vielfalt durch den Zuzug von Geflüchteten nach Deutschland eher eine Bereicherung für die Gesellschaft. Für die Hälfte (50 Prozent) überwiegt dagegen die Besorgnis, dies könnte zu Konflikten führen. Jede*r Siebte (15 Prozent) wertet dies sowohl als Bereicherung als auch als potenzielle Konfliktursache.