GSB 7.1 Standardlösung

Wie wende ich eg-check.de an?

Für die Prüfung stellt eg-check.de neben einer Bestandsaufnahme drei Arten von Prüfinstrumenten zur Verfügung, die einzeln oder in Kombination angewendet werden können. Sie können damit fünf Entgeltbestandteile überprüfen. Im Praxishandbuch finden Sie hilfreiche Hinweise zur Anwendung.


Prüfinstrumente:

  • Mit der Bestandsaufnahme erstellen Sie einen Überblick darüber, welche Entgeltbestandteile auf welcher Grundlage an welche Beschäftigten(-gruppen) in Ihrem Unternehmen gezahlt werden.
  • Statistiken schaffen Transparenz durch direkte statistische Vergleiche von anonymisierten Daten, differenziert nach Geschlecht, und liefern Hinweise für mögliche Benachteiligungen.
  • Regelungs-Checks enthalten systematische Leitfragen, mit denen Ungleichbehandlungen in betrieblichen Regelungen und Abläufen aufgespürt und Chancen für mehr Gleichbehandlung sichtbar gemacht werden können.
  • Mit Paarvergleichen erfolgt eine direkte (anonymisierte) Gegenüberstellung einer weiblichen und eines männlichen Beschäftigten (bzw. einer weiblich dominierten und einer männlich dominierten Tätigkeit), wodurch Benachteiligungen auf der individuellen Ebene sichtbar gemacht werden können.

Entgeltbestandteile:

  • Anforderungsbezogenes Grundentgelt: Das anforderungsbezogene Grundentgelt für eine Arbeit hängt von den Anforderungen, Belastungen und Rahmenbedingungen ab, die mit ihr regelmäßig verbunden sind. Mit Hilfe verschiedener Verfahren der Arbeitsbewertung ergibt sich aus ihnen die Eingruppierung in eine Entgeltgruppe. Häufig liegen hierfür tarifliche oder – wie im Beamtenrecht – gesetzliche Regelungen vor; wenn nicht, werden die Entgelte betrieblich geregelt.
  • Stufensteigerungen beim Grundentgelt: Innerhalb der (anforderungsbezogenen) Entgeltgruppen gibt es häufig Stufen, in die Beschäftigte mit zunehmender Erfahrung in ihrer Tätigkeit eingestuft werden, zum Beispiel „Entgeltgruppe 4, Stufe 3“. Sie müssen getrennt von der Entgeltgruppe betrachtet werden, weil ihnen eine andere Logik und andere Bestimmungsfaktoren zur Entgeltfindung zugrunde liegen.
  • Leistungsvergütung: Hiermit sind Entgelte gemeint, die Beschäftigten aufgrund der gezeigten (individuellen oder Team-) Leistung zusätzlich zum Grundentgelt gezahlt werden, sei es monatlich oder als jährliche Prämie. Während es beim anforderungsbezogenen Grundentgelt um die Bewertung der zu erledigenden Tätigkeiten geht (WAS wird gearbeitet?), wird bei der Leistungsvergütung die Art der Erledigung der Arbeit honoriert (WIE wurde gearbeitet?).
    Auf die Prüfung von Leistungsentgelten, bei denen die erbrachte Leistung die Basis für das gesamte Entgelt bildet (wie Akkordlöhne, Standardentgelte oder Zielentgelte), ist eg-check.de nicht ausgelegt.
  • Überstundenvergütung: Zusätzlich geleistete Arbeitsstunden, die über die vereinbarte Arbeitszeit hinaus gehen, müssen grundsätzlich auch zusätzlich vergütet werden. Dabei geht es zum einen um die Grundvergütung für die zusätzlich geleisteten Arbeitsstunden. Zum andern geht es um prozentuale Zuschläge für die zusätzlich geleisteten Stunden.
  • Erschwerniszuschläge: Besondere physische und psychische Belastungen bei der Arbeit müssen materiell honoriert werden, wenn sie nicht durch geeignete Maßnahmen vermieden oder anders kompensiert werden können. Dies kann entweder beim Grundentgelt im Rahmen der Arbeitsbewertung oder durch die Zahlung von Erschwerniszuschlägen geschehen.

Bei Fragen zur Anwendung wenden Sie sich bitte an die Antidiskriminierungsstelle des Bundes, poststelle[at]ads.bund.de, Telefon 03018 555 1855.